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Die Welt der Weins

Das Wein-Indentikit: Etiketten lesen, ohne den Wein vorlauter Reben nicht mehr zu sehen!

Wir tauchen ein in die Welt der italienischen Weinetiketten, mit der Unterstützung eines kleinen Ratgebers, um sicher zu sein, dass wir keine wichtigen Informationen überlesen

Eine Etikette aufzuschlüsseln ist nicht immer ein einfacher und intuitiver Prozess, besonders wenn man all die verpflichtenden und freiwilligen Angaben bedenkt, die oft auf die paar Zentimeter Papier gezwängt werden, die die Flasche schmücken. Der Gesetzgeber hatte sicherlich die noble Absicht, dafür zu sorgen, dass Konsumenten umfassend über das Produkt informiert werden, dadurch mussten allerdings eine ganze Reihe an Normen auf der Etikette Platz finden, die sie nicht gerade leserfreundlich machen. Hier ein paar Tipps, wie sie sich zurechtfinden und ExpertIn für Weingesetzgebung werden können.

Die verpflichtenden Angaben

Zu den verpflichtenden Angaben gehören die Bezeichnungen (denominazioni, z.B. Moscato di Scanzo Dobg, Castelli Romani Doc), die mit bestimmten Produktionsauflagen zu tun haben. Diese „Spielregeln“ werden in verschiedenen Abkürzungen ausgedrückt:

  • Docg (Kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung) 
  • Doc (Kontrollierte Ursprungsbezeichnung)
  • Igt (Landwein)
  • Vino da Tavola

In diese Kategorien können sowohl Stillweine (Weiß, Rot oder Rosé) als auch Schaumweine fallen, aber für letztere werden auf der Etikette weitere Informationen wie die Menge an Restzucker (Brut, Brut Nature, Dry etc.) angegeben, die einen ganzen eigenen Artikel verdienen. 

Tafelweine, die die Basis der Qualitäts-Pyramide bilden, unterliegen weniger strengen gesetzlichen Regelungen als andere Bezeichnungen. Diese Weine sind keinem fixen Territorium zugeordnet und müssen deswegen keinen speziellen Auflagen entsprechen. Jeder Weinanbauer mit Vision kann seine Weine in dieser weniger engmaschigen Kategorie unterbringen und hat so den nötigen Freiraum, um zu experimentieren und neue Reben und Gärungsprozesse auszuprobieren. So machte es einst der Marchese Mario Incisa di Rochetta am Ende der Sechzigerjahre mit einem Tafelwein in der Art des Cabernet Sauvignon: dem Sassicaia.

Der Qualitätsleiter folgend befinden wir uns jetzt bei den Igt-Weinen, die aus speziellen Traubensorten gekeltert werden müssen. Die Trauben können aber aus größeren geographischen Gebieten stammen. Diese Bezeichnung fällt unter die übergreifende Bezeichnung IGP (Wein mit geschützter geographischer Angabe). DOC-Weine hingegen, müssen in klar definierten Gebieten angebaut und gekeltert werden, welche auf der Etikette ersichtlich sein müssen, während Docg-Weine strenge Produktionsauflagen einhalten müssen und genaue Bezeichnungsangaben ein Muss sind (z.B. Valtellina Superiore Docg Inferno). Es gibt außerdem eine Reihe an Zusatzangaben, die nach bestimmten Auflagen verpflichtend sind:

  • Classico (ältestes Anbau- und Herstellungsgebiet, z.B. Chianti Classico Docg)
  • Superiore (Alkoholgehalt, der mindestens 0,5% höher ist als jener von Weinen ohne diese Bezeichnung, z.B. Barbera d’Alba Superiore Doc)
  • Riserva (Wein mit besonders langer Reifung, wie ein Salice Salento Doc Riserva). 
  • Angabe der Rebe (falls diese noch nicht in der Weinbezeichnung enthalten ist.
  • Sowohl Doc als auch Docg gehören zu den europäischen Qualitätsbezeichnungen.

Das Herstellungsland ist eine weitere Information, die in der Sprache des Landes vermerkt werden muss, Übersetzungen in eine oder mehrere Sprachen sind allerdings fakultativ.

Außerdem muss man den Namen des abfüllenden Betriebs angeben, der sich nicht immer mit dem Weinhersteller deckt. Genauso ist der Alkoholgehalt zu vermerken, der den Prozentsatz an Ethylalkohol in 100 ml Wein angibt (z.B. 12,5% vol).

Auch der Inhalt der Flasche in ml (z.b. 750 ml) muss vermerkt sein, meist mit der Zusatzangabe „e“ die dafür steht, dass die Menge an Wein in der Flasche bis zu einem gewissen, gesetzlich vorgeschriebenen Grad variieren kann. Auch die Anbauparzelle muss angegeben werden, damit man die Herkunft des Weins genau nachvollziehen kann. Ebenso notwendig ist die Angabe „enthält Sulfite“:  Konservierungsstoffe, die zum Wein hinzugefügt werden, und die Allergien auslösen können.

Freiwillige Angaben

Zusätzlich gibt es eine breite Palette an Informationen, die der Hersteller auf der Etikette nach Wahl angeben kann, wie die olfaktorischen und geschmacklichen Eigenschaften, die ideale Trinktemperatur, genauere Informationen zum Herstellungsprozess, idealen Pairings und der korrekten Lagerung. Wenn man die verpflichtenden Angaben mit den freiwilligen kombiniert, kann man nachvollziehen, wieso viele Etiketten in winziger Schrift gedruckt werden und immer mehr Hersteller die zusätzlichen Informationen über einen QR-Code zugänglich machen.

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