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Italienischer Geschmack

Der traditionelle italienische Karneval: Geschichte, Besonderheiten und Gastronomie

Entdecken wir gemeinsam die Geschichten und Gerichte, die die berühmtesten Karnevalsveranstaltungen Italiens zu etwas ganz Besonderem machen

In Italien gibt es keine Feier ohne Festessen: der Karneval ist keine Ausnahme und wird in jeder Ecke der Halbinsel in anderen Formen, Farben und Aromen zelebriert. Er schöpft aus einer reichen Geschichte und wird jedes Jahr und mit jeder Generation aus der Tradition wiederbelebt.

Der Ursprung

Bereits der Ursprung des Fests ist eng mit dem Thema Essen verbunden, entstammt die Bezeichnung doch dem Lateinischen „carnem levare“ und bedeutet so viel wie „das Fleisch wegnehmen“. Sie ist angelehnt an den christlichen Brauch des Fleischfastens in den vierzig Tagen vor Ostern. In den Tagen und Wochen vor dem Faschingsdienstag („martedì grasso“) wurden Banketts und opulente Feiern abgehalten, um sich auf die Fastenzeit vorzubereiten.

Diese Tradition des Feierns hat sich aber nicht das Christentum ausgedacht, es gab sie bereits bei den alten Römern, die unter anderem die Saturnalia zu Ehren des Gottes Saturns feierten, um eine reiche Ernte zu erbitten.

Ein ungewöhnlicher Aspekt dieser Feierlichkeiten war das „Aussetzen der sozialen Ordnung“: da man Masken trug, um böse Geistern zu vertreiben, feierten alle Mitglieder der Gesellschaft, ob Adel oder Bürgerliche, gemeinsam. Diese Tradition hat sich erhalten und trägt auch noch heute zum großen Reiz des Festes bei.

Karneval in Italien

Aber von welchen italienischen Karnevalsfeiern können wir uns zusätzlich zum köstlichen Amüsement auch köstliche Rezepte abschauen?

Der Carnevale di Ivrea, berühmt für seine traditionelle Orangenschlacht, kann sich einer Symbolik und Tradition rühmen, die auf das Mittelalter zurückgehen. Am Faschingsdonnerstag, mit dem der Karneval beginnt, teilen sich die Teilnehmerinnen (gekennzeichnet durch das Tragen des klassischen sockenförmigen, roten Frigio Berets) in Mannschaften auf und bekämpfen die Aranceri, die Ledermasken tragen. Die Orangenschlacht ist das Symbol des Carnevale di Ivrea und erinnert an die Aufstände der Bevölkerung gegen die Tyrannenherrschaft. 

Und nach der ganzen Anstrengung stärkt man sich gemeinsam mit Faseuj Grass (fetten Bohnen), einem Gericht aus Bohnen und Schweinsbratwurst. Auch heute noch werden die Faseuj Grass in manchen Gegenden des Canavese-Gebiets in den typischen Tofeje zubereitet – runden Gefäßen aus Ton mit vier Henkeln. Das langsame Garen (vom Abend bis zum Vormittag) erfolgt im Holzofen und anschließend bekommen alle einen Teller ab.

Es ist faszinierend, dass ähnliche Gerichte auch in der Tradition anderer Regionen eine Rolle spielen. Den Carnevale di Viareggio, zum Beispiel, verkörpert kein Gericht so sehr wie die Fagioli all’Ucceletto con Salsiccia  – Bohnen in Tomatensauce mit Salsiccia, ebenfalls eine Schweinsrohwurst, und Focaccia.

Oft kommen auch Tordelli auf den Tisch, eine Art Ravioli mit Fleischfüllung und Ragù, die meist am Faschingsdienstag serviert werden.

In der Toskana wird bei Tisch, aber auch in den Straßen, gefeiert, wo sich am Ende des 19. Jahrhunderts die oberen Schichten in mit Blumen geschmückten Wägen in der Aufmerksamkeit sonnten. Dies waren die Vorläufer der Festwägen, die heute durch die Straßen fahren und den Carnevale di Viareggio mit ihrem Pomp zu einer der berühmtesten Karnevalsveranstaltungen Europas machen. 

In Venezien, in der Serenissima selbst, wird in der Faschingszeit einer der berühmtesten Carnevali der Welt begangen. Die Luft ist schwer vom Duft süßer Krapfen, Galani (oder Crostoli; frittiertes, ungefülltes Fettgebäck), und mit Creme gefüllter Castagnole (frittierte Teigkugeln). Ein gut gefülltes Glas Select Spritz, dem venezianischen Cocktail schlechthin, darf natürlich nicht fehlen.

Die typischen Gerichte bleiben dieselben – die Venezianerinnen sind viel zu sehr damit beschäftigt die Regeln zu brechen und wilde Feiern steigen zu lassen. 

In Venedig blickt der Karneval auf eine wirklich sehr lange Tradition zurück.

Bereits im Jahr 1094 wurden diese Feierlichkeiten schriftlich festgehalten: sogar besondere Sicherheitsvorkehrungen waren vorgesehen, auch wenn der Faschingsdienstag erst 1296 zum offiziellen Feiertag wurde. 

Aber warum war genau dieses Fest so beliebt? Weil es während der Feierlichkeiten, zu denen alle Masken trugen, erlaubt war, sich über Patrizier und Autoritäten jeglicher Art lustig zu machen – eine große Ausnahme in einer Stadt, die den Rest des Jahres sehr auf die öffentliche Ordnung bedacht war. Dies erklärt auch die zahlreichen Verbote, was das Tragen von Masken und Ausufern von Festen angeht. Diese Vorschriften wurden aber nie wirklich erfolgreich durchgesetzt.

Im Süden Italiens hält der Carnevale di Putignano, der älteste Karneval Europas (2023 wird das 629-jährige Bestehen der Tradition gefeiert), einige Überraschungen bereit. Zunächst sind es die am längsten dauernden Feierlichkeiten: der Carnevale beginnt am 26. Dezember mit den Proppagini, einer der Dichtkunst und Satire gewidmeten Veranstaltung, und endet am Faschingsdonnerstag mit den klassischen Umzügen.

Bei den Proppagini sucht man den friedlichen dichterischen Wettbewerb – Amateurdichter in Bauernkostümen und mit Handwerkszeug ausgestattet, lassen das vergangene Jahr Revue passieren und geben die berühmten Cippon zum Besten, satirische Reime, die Politikerinnen und stadtbekannte Persönlichkeiten durch den Kakao ziehen. Machen sie das aus Boshaftigkeit? Keinesfalls! Die Veranstaltung wird als reinigendes Ritual gesehen, bei dem durch das Witzeln über die bürgerliche Verkommenheit, ein besseres Jahr heraufbeschworen werden soll.

Und was gibt es zu essen? Die wichtigste Maske in der Karnevalstradition von Putignano ist die Farinella, deren Namen auf eines der klassischen lokalen Gerichte anspielt: ein sehr feines, geröstetes Kichererbsen- oder Gerstenmehl, das auf Zichorien-Salat gestreut und mit Saucen und Öl vermischt wird. Es ist weniger ein Gericht als ein Würzmittel, das in der Faschingszeit allgegenwärtig ist.

Die Farinella gehört zu der lokalen Küche, wie das Essen zu italienischen Feiern: sie ist keine Notwendigkeit, aber gibt jedem Anlass mehr Charakter und Geschmack.

Damit Sie zuhause ein paar der Karnevalsspezialitäten nachkochen können, haben wir ein paar Ideen für Essen und Drinks gesammelt. Einfache Rezepte mit großem Effekt, die zu dieser besonderen Jahreszeit Farbe und Freude auf die Teller und in die Gläser bringen.

Überbackene Rigatoni mit saisonalem Gemüse
Select Spritz
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