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König von Italien und Quelle der Kreativität: der italienische Kaffee

Das beliebteste Getränk Italiens hat eine große Vergangenheit und bietet kreative Interpretationen, die wir entlang unserer Küsten kosten können

Wenn wir einen Kaffee bestellen, stehen wir in weiten Teilen der Welt vor einer fast unendlichen Auswahl an Variationen. Quantität, Qualität und zahlreiche ausgefallene Mischungen (wie der thailändische Trend, ihn mit Orangensaft vermischt zu trinken) machen den Kaffee zu einem Getränk, für das es keine „Regeln“ gibt.

Aber Vorsicht! Nicht in Italien.
In Italien ist Kaffee etwas ganz anderes. 

Bestellt man zum Beispiel “un caffè” (einen Kaffee), ist damit stets ein Espresso gemeint, der in einer kleinen, heißen Tasse und oft mit einem kleinen Glas Wasser serviert wird, das man vor dem Espresso trinkt, damit die Geschmacksnerven auf ihn vorbereitet werden. Und vor allem ist Espressotrinken ein Ritual, ein intensiver Moment der Geselligkeit und heiliger Auszeit. Nichtsdestotrotz gibt es amüsante und aus historischer Sicht interessante regionale Varianten, deren Rezepte tief in den Herzen der Italiener verwurzelt sind.

Piemont – Bicerin

Wieso fangen wir nicht bei einem Kaffee an, der eigentlich gar kein Kaffee, sondern im wahrsten Sinne des Wortes eine süße Nachspeise ist: ein im Glas serviertes Getränk mit abwechselnden Schichten von Kaffee, heiße Schokolade und Milchschaum. Seinen Namen verdankt das Dessert dem historischen Turiner Lokal, das es damals erfand, aber man findet es normalerweise überall.

Aostatal – Caffè alla Valdostana

Der Aostataler Kaffee ist nicht nur ein Kaffee, sondern eher ein geselliges Ritual: Man trinkt ihn an kalten Winterabenden mit Freunden in der sog. „grolla“ (ein für das Aostatal typischer Holzkelch), auch “coppa dell’amicizia” (Freundschaftsbecher) genannt. In den Holzkelch kommen über den Kaffee hinaus Génépi (ein typischer Likör), Zucker, Zitronenschale, Gewürznelke und Wacholder. Durch seine Temperatur und Inhalt ist es ist ein Getränk, das uns von innen wärmt.

Venetien – Caffè padovano

Der Caffè padovano wurde im 19. Jahrhundert im Caffè Pedrocchi (ein renommierter Treffpunkt für Intellektuelle) erfunden und besteht aus einer Mischung aus Pfefferminzlikör, Milch und Sahne auf einem Espresso und wird mit Kakaopulver bestreut und ggf. mit ein paar Minzblätter garniert serviert. Ein bisschen ungewöhnlich, aber schmackhaft.

Marken  – Moretta di Fano

Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Kaffee, Anislikör, Rum und Brandy (oder Cognac), verfeinert mit Zitronenschale und Zucker. Es ist das Getränk der Seemänner, die es tranken, um sich auf dem Meer aufzuwärmen und zu stärken. Für alle anderen ist es ein idealer Digestif nach dem Essen. Ein kräftiges Getränk mit einem einzigartigen Geschmack.

Kampanien – Neapel und sein schwarzes Gold

Nachdem er in der Stadt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Maria Karolina von Österreich eingeführt wurde, eroberte er das Herz Neapels und ist seitdem eines seiner Wahrzeichen. Vor der Entstehung des neapolitanischen Espressos gab es hier die sog. “Cuccumella”, eine Kaffeemaschine mit doppeltem Filter, die mithilfe der Schwerkraft funktionierte und den Kaffee durch Perkolation zubereitete. Neapel und die Neapolitaner betrachten Kaffee als ein Gut des täglichen Bedarfs und das so sehr, dass während des Zweiten Weltkrieges eine Tradition namens „Caffè sospeso“ (schwebender Kaffee) entstand, die heute noch fortbesteht: Wenn sie können, bezahlen die Menschen zwei Kaffees, wovon sie einen selbst trinken und einen aufheben lassen, damit ihn später ein anderer trinkt, der sich ihn nicht leisten kann. 

Apulien – Caffè leccese (oder Caffè alla salentina)

Er wird auch Kaffee mit Eis genannt, denn dieser Kaffee ist ein idealer Durstlöscher an den heißen apulischen Sommertagen: Kaffee (bevorzugt aus der Mokkamaschine), Mandelmilch und viel Eis. Die Kreation ist relativ jung und ist Antonio Quarta zu verdanken, einem Eishändler aus Lecce, der in den 50-er Jahren, als es noch keine Tiefkühltruhen gab, in der Stadt Eis pickelte und verkaufte. Und genau diese Eissplitter inspirierten ihn, diesen erfrischenden Kaffee zu kreieren, der inzwischen schon Tradition ist.

Sizilien – Granita (oder Rattata)

Aus unserer Liste darf eine der beliebtesten Arten des Kaffeegenusses nicht fehlen, die wir auf der warmen Insel Sizilien finden: die Granita, die bevorzugt mit Sahne und vielleicht mit der charakteristischen “brioche col tuppo” (ein sizilianisches Gebäck) genossen wird. Ihre Geschichte geht auf das Mittelalter zurück, als die „Nevaroli“ die Aufgabe hatten, im Winter auf den Ätna zu gehen, um Eis und Schnee zu sammeln, die man dann über den langen Sommer über aufbewahrte. Dieses Wunder in der Schale ist seitdem das Lieblingsfrühstück der Sizilianer und Reisender.

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