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Lifestyle

Gutes Essen und gute Musik

Italienische Musik macht Essen oft zum Thema und hält so die Gewohnheiten, die gastronomische Leidenschaft und die Liebe eines ganzen Landes lebensecht fest

Wenn es ein Thema gibt, das in der italienischen Musik Platz findet, ist es das Essen – und damit die Liebe. Es gibt kein Jahrzehnt italienischer Musikgeschichte, in dem nicht mindestens ein unvergessliches, berühmtes, essens-fokussiertes Lied seinen Siegeszug gefeiert hat.

Wir beginnen mit der Aufforderung, sich zu Tisch zu begeben und der musikalischen Komödie, Aggiungi un posto a tavola (Deck‘ für eine Person mehr) aus dem Jahr 1974. Geschrieben wurde das Stück von Garinei und Giovannini und es ist lose vom Roman „Nach mir die Sintflut“ von David Forrest inspiriert. Es ruft zu Solidarität, Bruderliebe und Großzügigkeit auf: nachdem sie die Sintflut überstanden hat, feiert die Menschheit bei Tisch ihr Überleben.

Die italienischen Liedermacher und Sänger haben den gedeckten Tisch oft zur Kulisse ihrer musikalischen Geschichten gemacht, um Leid in der Liebe, Freude und Schmerz eines menschlichen Daseins zu schildern.

1965 wird Viva la pappa col Pomodoro (Es lebe die Tomatensuppe), gesungen von Rita Pavone und geschrieben von Lina Wertmüller, zum großen Hit in Italien – ein Lied, das daran erinnert, das Revolutionen immer dann losbrechen, wenn Menschen hungern. Der Titel und Refrain sind nicht umsonst eine Ode an die dicke toskanische Tomaten-Brot-Suppe, die als Arme-Leute-Essen gilt.

Nur zwei Jahre später erobert Spaghetti a Detroit von Fred Bongusto die Herzen der Italienerinnen. Der Text erzählt von einer endenden Liebensgeschichte, die dem Autor den Appetit verdirbt – so kann er nur „Spaghetti, Hühnchen, einen kleinen Salat und ein Tässchen Kaffee“ hinunterwürgen.

Auch Getränke spielen in Liedern häufig eine wichtige Rolle. Eines der berühmtesten Lieder dieser Art, das heute besonders in Mailand geträllert wird, wurde vom in Mailand geborenen Giorgio Gaber geschrieben: Barbera & Champagne. Wir schreiben des Jahr 1970, zwei Männer sitzen an der Bar und versuchen – zur Abwechslung – ihr gebrochenes Herz zu vergessen. Sie stammen aus verschiedenen Schichten und trinken deshalb andere Drinks: einer Barbera Wein, der andere (im Anzug) Champagner. De beiden enden am selben Tisch und begießen „mit ihren Weinen ihre traurigen Liebesgeschichten“.

Das Sanremo-Festival, der größte Italienische Gesangswettbewerb, hat über die Jahre schon einige Texte mit kulinarischem Inhalt gefeiert. 1982 krönen Al Bano und Romina Powert ihren Erfolg als Künstler-Paar mit Felicità, das in Italien die Goldene und in Frankreich die Platin-Schallplatte verliehen bekam. Die beiden besingen eine einfache Liebe, die man „mit einem Glas Wein und einem Brötchen“, der Krönung des Glücks, besiegelt.

Im Folgejahr 1983 betritt Toto Cutugno die Bühne von Sanremo mit L’Italiano und beschreibt die Gewohnheiten, Sünden und Tugenden der Italienerinnen. Dabei unterstreicht er zwei große Leidenschaften: die Spaghetti al dente und der Caffè Ristretto. Über die Jahre wurde das Lied mehr als hunderttausend Mal verkauft  und in viele Sprachen übersetzt, darunter auch Finnisch und Chinesisch.

In der jüngeren Vergangenheit, im Jahr 2007, trat Daniele Silvestri auf dem Festival auf und präsentierte in einem Klima der italienischen Selbstkritik den Song La Paranza, der auf den frittierten Fisch anspielt, den man überall an den italienischen Küsten bekommt. Er malte damit ein trist-ironischen Bild des damaligen Tagesgeschehens in Italiens.

Abseits der Wettbewerbe aber auf jedem Radiosender beliebt, hört ganz Italien 1995 Freak von Samuele Bersani, bekannt für seine ironischen und scharfzüngigen Texte. Im Lied fragt er seinen Gesprächspartner „Hast du nochmal daran gedacht, an das Projekt, die Piadina Romagnola zu exportieren?“. Eine prophetische Frage, denn 2014 wird der Landwirtschaftsminister den Prozess zur Verleihung einer geschützten geographischen Bezeichnung für die Piadina Romagnola einleiten.

In italienisches Essen verliebt man sich und vergisst es nicht, auch wenn man das Land verlassen muss: darum geht es in einem weltbekannten Song. 1954 wird That’s Amore veröffentlicht, ein Lied, das überall auf der Welt mit Italien in Verbindung gebracht wird. Gesungen wurde es von Dean Martin, eigentlich Dino Paolo Martino Crocetti, in den USA als Sohn italienischer Eltern geboren. Er besingt eine Liebe zu Neapel und ihren unwiderstehlichen Delikatessen: „when the moon hits your eye like a big pizza pie, that’s amore“.

Zu Tisch!

Das Sanremo-Festival wird jedes Jahr im Februar weltweit live übertragen. Man kann es direkt oder on demand auf Raiplay.it oder auf der App streamen. Um zwei Arten von Genuss zu verbinden, haben wir hier ein paar köstliche, klassische Rezepte für Sie, die sie zuhause beim Mitsingen zubereiten können:

Bruschetta mit Romanesco, Sardellen und geräuchertem Provola-Käse
Gebratener Risotto
Spaghetti Aglio, Olio e Peperoncino
Saltimbocca vom Kalb mit Kartoffelpüree
Tiramisù
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